Wiesen-Panorama
Lebensräume schützen, Artenvielfalt erhalten.m

Vielleicht haben Sie das Glück und können einem alten Naturfreund, einer Naturfreundin dabei Zuhören wie er oder sie über unsere Welt hier auf dem Härtsfeld erzählt, wie er oder sie erzählt von den Kiebitzen die man direkt vor seiner Haustür beobachten konnte, wie es klang im Morgengrauen den erwachenden Vögeln zu lauschen.

Vielleicht erinnern sie sich noch selbst!

Auf den Steinen sonnten sich Eidechsen und Blindschleichen.

Beim Spaziergang durch Wald und Flur auf den Wiesen tausende Grashüpfer, dort, dort flogen
noch Schmetterlinge wie der Schwalbenschwanz und an den Feldrändern blühte es.

Vergangen ja, für immer verloren? Vielleicht.

Darum wollen wir aktiv dafür sorgen, dass das wenige was noch da ist nicht auch noch verschwindet.

Unzählige Untersuchungen belegen wie wichtig die Natur ist für unsere Gesundheit, wie wichtig sie ist für unser Gefühlsleben, für unsere Zufriedenheit.
Wir kommen aus der Natur und alle unsere Sinne brauchen immer wieder die Natur um sich zu entfalten, um sich zu erholen.

Es wird nicht viele Menschen geben die Freude und Glück beim Anblick eines vollen Parkplatzes im Sonnenuntergang empfinden aber Unzählige beim Anblick von …...

Was ist also zu tun? Was kann, was muss getan werden?

Unsere Kulturlandschaften sind Paradiese der Artenvielfalt und unverzichtbare Lebensgrundlagen, die wir erhalten wollen.

• Natur-und Landschaftspflege
Die ruhige, reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft des Härtsfeldes mit einer bunten Folge von Feldern, Wiesen, Trockentälern, Heideflächen, Heckenstreifen und großflächigen Wäldern wird sowohl von den Einheimischen wie den zahlreichen Besuchern geschätzt. Viele sagen : Hier ist die Welt und die Natur noch in Ordnung. Auf den ersten Blick scheint dies zu stimmen, noch dazu wenn man weiß, dass auf dem Härtsfeld an die 30 Arten von Wildorchideen nebst anderen seltenen Pflanzenarten wachsen oder so seltene Tierarten wie Uhu, Rotmilan, Siebenschläfer, Haselmaus u.a. vorkommen. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch offenkundig, dass in den letzten Jahrzehnten auch hier die Artenvielfalt des Tier-und Pflanzenlebens erheblich Defizite zu verzeichnen hat. (Insekten, Amphibien, Vögel, Blütenpflanzen, Ackerwildkräuter usw.)

Die Gründe hierfür sind unter anderem:
Intensive Feldbewirtschaftung Monokulturen, Einsatz von Pestiziden ... )
Feldwege und Ödlandflächen die im Gemeindeeigentum werden von den Landwirten bewirtschaftet
Keine blühenden Weg- und Feldränder mehr
Negative Auswirkungen der Flurbereinigung
Industriegebiete, Siedlungs- und Straßenbau


• Möglichkeiten zur Bewahrung der Härtsfeldlandchaft samt ihrer noch vorhandenen Artenvielfalt. {Flora und Fauna)
Beendigung der widerrechtlichen Nutzung öffentlicher Flächen seitens der Landwirtschaft (Größenordnung 30 -50 Hektar!?)
Zu nennen sind hier Ackerrandstreifen, Grenzstreifen entlang der Feldwege, Treppwege, Heideflächen, Feldraine, Flächen gerodeter Feldhecken bzw. nicht gepflanzter Windschutzhecken (z. Bsp. Ohmenheim ca. 2 Kilometer). Als Grünstreifen oder Brachland entlang oder zwischen den intensiv genutzten Agrarflächen sind diese für den Naturhaushalt und das dortige Tier-und Pflanzenleben von größter Bedeutung!
Pflanzung von Bäumen und Sträuchergruppen entlang von Straßen und Wegen
Straßen und Wege, die aus den Ortschaften herausführen bieten sich hierfür besonders an. Damit erreicht man eine äußerst wirksame ökologische Vernetzung mit den Feldfluren.
Neuanlage von Feldhecken und Feldgehölzen
Im Zuge der Veränderungen in den landwirtschaftlichen Strukturen und den geänderten Fördermaßnahmen (national und EU) wird es auch künftig möglich sein, Grenzertragsflächen aus der Nutzung zu nehmen und evtl. auch im Flächentausch Neuanlagen wie oben genannt mit öffentlichen Zuschüssen zu verwirklichen.
Neuanlage von Feuchtbiotopen
Aktuell wäre das seit langer Zeit geplante aber bis heute nicht verwirklichte Feuchtbiotop "Brunnenwiesen" in Schweindorf zu erwähnen.(Siehe auch Härtsfelder Maßnahmenprogramm Wasserverband Egau aus dem letzten Jahrhundert)
Landschaftsverbrauch
Das Härtsfeld zählt erfreulicherweise noch zu den weniger dicht besiedelten Gebieten. Trotzdem wäre es sinnvoll bei der künftigen Ausweisung von Flächen für Bebauungspläne u.a. Baumaßnahmen restriktiver zu verfahren (verdichtete Bebauung, kleinere Grundstücksgrößen, Schließung von Baulücken)
Christbaumkulturen
Auf den Gemarkungen Neresheim, Elchingen, Dorfmerkingen,Weilermerkingen und Dehlingen haben wir inzwischen einen Bestand von rund 190 Hektar mit steigender Tendenz. Christbaumkulturen sind extreme, langjährig bestehende Monokulturen mit gravierenden Eingriffen in den Naturhaushalt! Als wichtigste wären zu nennen:
Einsatz von Totalherbiziden (bewirkt die weitgehende Verdrängung bestehender Tier-und Pflanzengemeinschaften mit entsprechenden Auswirkungen auf das Bodenleben)
Beeinträchtigung des Grundwassers (Düngung und Herbizide)
Landschaftsbild (infolge ihrer großflächigen Anlage beeinträchtigen oder verunstalten sie das typische Bild der Härtsfeldlandchaft)
Erosion (Abtragung und Abschwemmung des Mutterbodens)
in der Vergangenheit wurden Christbaumkulturen immer wieder ohne vorherige Genehmigung angelegt. Öfter wurden auch öffentliche Flächen überpflanzt. Auflagen seitens der Unteren Naturschutzbehörde, die vom Landwirtschaftamt gebilligt und befürwortet waren wurden fast nie beachtet. Der künftige, faire Umgang zwischen Kulturbetreibern, Stadtverwaltung, Landwirtschaftsamt und Naturschutzbehörden gebietet, dass künftig ungenehmigte Pflanzungen unterbleiben und die Auflagen beachtet werden. Die weitere einvernehmliche Genehmigung sollte von geeigneten Flächen (Lage, Landschaftsbild) und einer naturverträglichen Bewirtschaftung abhängig gemacht werden.
Für eine naturverträgliche Bewirtschaftung machen wir folgende Vorschläge:
Verzicht auf Herbizide, dafür Kleeuntersaat (Verringerung der negativen Auswirkungen auf Tier-und Pflanzengemeinschaften, auf das Bodenleben; Erosion; Grundwasser) Kleesorten sind Stickstoffsammler (evtl. Reduzierung der Düngung).
Alternativen zur Verringerung der Erosion ➪ M u I c h e n
Wegegassen:
Der Grünbestand in den Wegegassen sollte nicht mehr wie bis jetzt abgespritzt werden, sondern einmal pro Jahr gemäht werden, wobei das Mähgut liegen bleibt.
Ausgleichsmaßnahmen
Der Gesetzgeber schreibt heute für erhebliche Eingriffe in die Natur Ausgleichsmaßnahmen vor. Sie sollen Ersatzlebensräume schaffen.Sinnvoll wäre die Neupflanzung von Feldhecken, Feldgehölzen oder die Anlage bzw. Wiederherstellung eines Feuchtbiotops. Als gelungenes Beispiel ist hier auch die Anlage einer Streuobstwiese (vor über 20 Jahren) in Dorfmerkingen durch die Fa. Karl! Stoll zu erwähnen.

• Lebensraumveränderungen wieder zum positiven wenden.

• Unsere leergeräumte Landschaft soll wieder eine gesunde Kulturlandschaft für den Menschen werden.

Pflege der Windschutzhecken im Stadtgebiet
Vor der Flurbereinigung war die Agrarfläche im Stadtgebiet klein parzelliert und die Felder und Wiesen waren von Feldrainen und natürlich gewachsenen Heckenstreifen begleitet. Bei der Flurbereinigung verschwanden viele Feldrainen und Hecken. Als Ersatz wurden Windschutzhecken meist von Nord nach Süd verlaufend gepflanzt. Leider wurden sie zu schmal angelegt und können deswegen ihrer gedachten Funktion kaum gerecht werden. Dazu wurden seinerzeit in die Hecken viele Bäume mit starker Stammbildung gepflanzt. Durch nicht sachgerecht Pflege sind in den Fluren inzwischen anstelle der Schutzhecken gegen den Wind Baumalleen entstanden. Im Konkurrenzstreben geraten die Heckensträucher mit den hochstämmigen Laubbäumen und entsprechendem Schattenwurf ins Hintertreffen. Die Hecken werden immer lückenhafter.
Der Naturschutz plädiert für die Hecke! Sie war und ist ein bestimmendes Element der Härtsfeldlandschaft. Für die Zukunft wäre es empfehlenswert,dass sich auch Gruppen, Organisationen und Vereine in der Landschaftspflege engagieren.

Der Schwäb. Albverein, die Naturfreunde und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) geben hierfür Beispiel.

• Unsere Natur- und Landschaftsschutzgebiete weiterentwickeln.

Das Härtsfeld verfügt über bedeutende und wertvolle Naturschutzgebiete. Zum Teil sind sie aber zu kleinflächig und bedürfen der Arrondierung. Beispiel Dossinger Tal, Kalkbruchterrassen.

Von zentraler Bedeutung in Sachen Naturschutzgebieten ist die Akzeptanz seitens der Bevölkerung. Die Natur muss erlebar sein und der Mensch ist am besten als behutsamer Zaungast staunend mitten drin.

• Kommunale Flächen, Wälder und Gewässer nachhaltig pflegen, Wiesen nur noch zweimal im Jahr mähen (statt sechs- bis achtmal). Wegränder und Wiesen mit lokalen Blühpflanzen und Sträuchern sollen nach und nach geplant entstehen.

• Ein giftfreies Neresheim: Verzicht auf Pestizide auf den der Stadt gehörenden Flächen um Lebensinseln für eine vielfältige Artengemeinschaft zu ermöglichen.

• Ökologische und bäuerliche Landwirtschaft fördern. Die Gemeinde organisiert aktiv Beratungen für die landwirtschaftlichen Betriebe. Das wird auch unser Trinkwasser vor steigenden Nitratwerten schützen und der Verarmung der Böden entgegenwirken.

Und dies Alles würde auch dem