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Vereinfachte Darstellung einer Nahrungskette
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Der Zusammenbruch der Nahrungskette ohne das Insekt

Die Flamme erlischt, nach 400 Millionen Jahre

Vor circa 4,6 Milliarden Jahren entstand unser Sonnensystem, es bildeten sich Sonne und die sie umkreisenden Planeten. Auch die Erde.

Vor circa 3,5 Milliarden Jahren entwickelten sich auf der Ur-Erde die Vorläufer der Bakterien.

Vor circa 2,5 Milliarden Jahren entwickelte sich das mehrzellige tierische Leben im Meer.

Vor circa 700 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten Gehäuse tragenden Amöben und die Schwämme.

Vor 540 Millionen Jahren im Kambrium entwickelte sich das Leben im Meer hin zu einer ungeheuren Vielfalt an Arten, viele davon sind die Urahnen der heutigen Arten.

Vor 480 Millionen Jahren entwickeln sich die ersten einfachen Landpflanzen in Form von Moosen, ähnlich den heutigen Lebermoosen. Ebenso die ersten Pilze, die für die Besiedelung des Landes durch Pflanzen eine wesentliche Rolle gespielt haben indem sie eine Symbiose mit den Pflanzen eingingen und ihnen z. Bsp. Mineralien zur Verfügung stellten.

Vor 440 Millionen Jahren breiteten sich die Landpflanzen weiter aus, es gab die ersten Gefäßpflanzen und im Meer entwickelten sich die ersten kiefertragenden Wirbeltiere.

Vor circa 400 Millionen Jahren, im Erdzeitalter Devon, entwickelte sich das tierische Leben an Land und folgte damit den Pflanzen. Aus Meeresbewohnern wurden Amphibien und es entwickelten sich die ersten Insekten in der Erdgeschichte. Seit 400 Millionen Jahren sind die Insekten ein integraler und unverzichtbarer Bestandteil der Lebenspyramide unseres Planeten Erde.

Vor circa 70 Jahren begann das Erdzeitalter Anthropozän, Zitat Wikipedia „...seit dem der Einfluss der Menschen auf die Erde exponentiell wächst und sehr langlebige Spuren hinterlässt: oberirdische Atombombentests, „Große Beschleunigung“, Bevölkerungswachstum, „Explosion“ des Einsatzes von Erdöl und Kohle, Entwicklung der Erosionsraten, Kunstdüngereinsatz in der Landwirtschaft; Flugasche, Aluminium- und Beton- sowie viele Plastikpartikel in den Sedimenten; globaler Transport von Tier- und Pflanzenarten in bis dato nicht gekanntem Umfang...“. Zitat Ende

Es begann die Zeit der voll entwickelten industriellen Kultur mit der grenzenlosen Nutzung aller natürlichen Ressourcen. Die Erde schien unerschöpflich.

Im Vergleich zu den 1970er-Jahren hat die Artenzahl der Insekten um circa 40% abgenommen und die Biomasse, also das gesamte geschätzte Gewicht aller Insekten um circa 70 % (auf uns Menschen umgerechnet würde das heißen, dass von den rund 1.300 weltweit erfassten Volksgruppen 520 verschwunden wären und ganz grob fünf Milliarden Menschen ausgerottet wären).

Insekten in ihrer Artenvielfalt machen nahezu 50% aller Arten auf der Erde aus, ihre Funktion im „System Leben“ ist unverzichtbar. Sie bilden mit größtem Abstand die Basis in der Nahrungskette, sie sind unverzichtbar für die Bestäubung der Pflanzen und sie sind genauso unverzichtbar für die Verwertung aller toter Biomasse, angefangen vom Blatt bis hin zu den toten Tieren.

Zitat aus "Worldwide decline of the entomofauna: A review of its drivers": Die Auswirkungen (des Verschwindens der Insekten) auf die Ökosysteme des Planeten sind gelinde gesagt katastrophal, denn Insekten sind die strukturelle und funktionelle Basis vieler Ökosysteme der Welt seit ihrem Aufstieg am Ende der Devonzeit, vor fast 400 Millionen Jahren.

Es ist völlig egal aus welchen Gründen heraus wir unseren Einsatz für ein intaktes Mensch/Natur-System herleiten, entscheidend ist dabei, dass wir entsprechend handeln. Aber wir werden immer auf scheinbare Gegensätze stoßen, die es ermöglichen sowohl in die eine oder andere Richtung zu gehen.

Bewahrend oder Ausbeutend, Alleinwohl oder Gemeinwohl, „Nach mir die Sintflut“ oder „für Mich und meine Kinder“.


Historisch wird unsere Heimat durch die Kirche geprägt, über Jahrhunderte hinweg bestimmte sie was und wie gedacht werden soll. Woran sollte der Mensch sich halten?
An Sich scheinen die beiden Aussagen gegensätzliches zu bedeuten:

„Genesis 1,28“
Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!

„Genesis 2,15“
Gott, der HERR, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden, damit er ihn bearbeite und hüte.

Papst Franziskus gibt in seiner Enzyklika „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ vom 24. Mai 2015 eine klare Antwort für jeden Menschen christlichen Glaubens.


Ist es für einen Unternehmer nicht das oberste Ziel seinen Profit zu maximieren, bleibt er den nicht auf der Strecke wenn er nicht uneingeschränkt egoistisch handelt? Und muss nicht für die Großen der „Shareholder Value“ die einzige gültige Maxime sein?
Hat Karl Marx recht, der dem Kapital jedes Verbrechen für genügend Profit zutraut oder läßt sich in unserer modernen Welt auch nachhaltig wirtschaften?


Wir werden die ökologische und bäuerliche Landwirtschaft fördern und wollen erreichen, dass unsere Gemeinde aktiv Beratungen zu den Themen „naturnahe Gärten“ und „naturnahe Weg- und Feldränder“ anbietet.

Um die Lebensräume von Tieren und Pflanzenarten zu schützen, werden wir unsere Natur- und Landschaftsschutzgebiete weiterentwickeln.

Tote Insekten
Mehr Informationen zum Insektensterben

Über 40% der Insektenarten sind vom Aussterben bedroht.

Am stärksten betroffen sind

Schmetterlinge (Lepidoptera),

Hautflügler (Hymenoptera)

und Käfer (Coleoptera).

Vier Gattungen von Wasserinsekten sind gefährdet und haben bereits einen großen Teil der Arten verloren.

Der Verlust von Lebensräumen durch die Umstellung auf intensive Landwirtschaft ist der Hauptgrund für den Rückgang.

Agrochemische Schadstoffe, invasive Arten und der Klimawandel sind weitere Ursachen.

In der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Biological Conservation" von April 2019 des Elseviers- Verlages erscheint folgender Artikel, hier ein paar Auszüge aus diesem.

Dieser Bericht verdeutlicht den schrecklichen Zustand der biologischen Vielfalt der Insekten in der Welt, da fast die Hälfte der Arten rasch abnimmt und ein Drittel vom Aussterben bedroht ist. Die hier vorgestellten Informationen beziehen sich hauptsächlich auf die entwickelten Länder Europas und Nordamerikas (Abb. 1), da diese Regionen die umfangreichsten historischen Aufzeichnungen haben, die einen Vergleich der biologischen Vielfalt auf zeitlicher Ebene ermöglichen.

Lebensraumveränderungen und Umweltverschmutzung sind die Hauptursachen für solche Rückgänge. Insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten sechs Jahrzehnten ist die Ursache des Problems, und in ihr ist der weit verbreitete, unerbittliche Einsatz synthetischer Pestizide ein wesentlicher Treiber für Insektenverluste in jüngster Zeit (Dudley und Alexander, 2017). Da diese Faktoren für alle Länder der Welt gelten, wird nicht erwartet, dass sich Insekten in Tropen- und Entwicklungsländern unterschiedlich entwickeln.

Die Schlussfolgerung ist klar: Wenn wir unsere Methoden zur Nahrungsmittelproduktion nicht ändern, werden Insekten als Ganzes in einigen Jahrzehnten den Weg des Aussterbens gehen (Dudley et al., 2017; Fischer et al., 2008; Gomiero et al., 2011). Die Auswirkungen auf die Ökosysteme des Planeten sind gelinde gesagt katastrophal, denn Insekten sind die strukturelle und funktionelle Basis vieler Ökosysteme der Welt seit ihrem Aufstieg am Ende der Devonzeit, vor fast 400 Millionen Jahren.
Die Wiederherstellung der Lebensräume, gepaart mit einer drastischen Verringerung der agrochemischen Inputs und einer "Neugestaltung" der Landwirtschaft, ist wahrscheinlich der effektivste Weg, um weitere Rückgänge zu stoppen, insbesondere in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft. So erhöhen beispielsweise Blumen- und Graslandstreifen am Feldrand die Häufigkeit von Wildbestäubern (Blaauw und Isaacs, 2014; und die Fruchtfolge von Kulturen mit Klee fördert die Häufigkeit und Vielfalt von Hummeln, was wiederum den Ernteertrag und die Rentabilität der Betriebe steigert. Diese Taktiken der "ökologischen Technik" begünstigen nicht nur die Bestäuber, sondern konservieren auch natürliche Feinde der Insekten, die unerlässlich sind, um die pflanzenfressenden Schädlingsarten vieler Kulturen in Schach zu halten.

Damit diese Maßnahmen jedoch wirksam sind, ist es unerlässlich, dass die derzeitigen Verwendungsmuster von Pestiziden, vor allem Insektizide und Fungizide, auf ein Minimum reduziert werden, um eine Erholung der Insektenzahlen und der damit verbundenen "biologischen Kontrolldienste" zu ermöglichen. Es besteht keine Gefahr, synthetische Insektizide drastisch zu reduzieren, da sie nicht wesentlich zu den Ernteerträgen beitragen, aber Schädlingsresistenzen auslösen, die Lebensmittelsicherheit negativ beeinflussen und manchmal zu niedrigeren Einnahmen führen.

Die sinnvolle Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) in Europa sowie in den Entwicklungsländern Afrikas und Asiens im Laufe der Jahre erzielte ähnliche oder sogar höhere Ernteerträge (Furlan et al., 2017; Pretty and Bharucha, 2015; Pretty et al., 2011; Thancharoen et al., 2018).

Darüber hinaus stellt die biologische Schädlingsbekämpfung in vielen Anbausystemen der Welt ein ungenutztes, aber kostengünstiges Mittel dar, um landwirtschaftliche Schädlingsprobleme zu lösen und gleichzeitig die biologische Vielfalt sowohl in den landwirtschaftlichen Betrieben als auch über die Feldgrenze hinaus zu erhalten (Wyckhuys et al., 2019).

Für Wasserinsekten sind die Wiederherstellung von Feuchtgebieten und die Verbesserung der Wasserqualität ein Muss für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt (van Strien et al., 2016). Dies kann die Implementierung effektiver Sanierungstechnologien zur Reinigung der bestehenden verschmutzten Gewässer erfordern (Arzate et al., 2017; Pascal-Lorber und Laurent, 2011). Vorrangig sollte jedoch die Verringerung der Kontamination durch Abfluss und Auswaschung von toxischen Chemikalien, insbesondere Pestiziden, angestrebt werden. Nur solche Bedingungen können die Wiederbesiedlung einer Vielzahl von einzelnen Arten ermöglichen, die wesentliche Ökosystemdienstleistungen wie die Zersetzung von Streu und Nährstoffrecycling unterstützen, Fische und andere Wassertiere mit Nahrung versorgen und effiziente Raubtiere für Pflanzenschädlinge, Wasserunkräuter und lästige Mücken sind.

Weitere Informationen zum Insektensterben und warum sie für uns extrem wichtig sind:

In der wichtigen deutschen Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft findet sich auch dieser Artikel.

Hieraus ein Zitat: Weltweit mehren sich Hinweise, dass Insekten massenhaft verschwinden.
Ihr funktionaler Verlust könnte für die Menschheit noch gravierender sein als der Klimawandel.

Der Artikel ist aufrufbar durch diesen Button:

Die New York Times hat dazu diesen englischsprachigen Artikel veröffentlicht.

Ein Video auf Arte zu dem Thema.

Sogar das Bundesministerium für Umwelt hat es schon mitbekommen

Und zum Schluß noch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das mag ebenso mithelfen


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